24. Juni 2020 gravitycoach

Schulterblatt Stabilität


Wie einer Mentoren gerne zu sagen pflegt: „Stability, Mobility, Performance“. Mit diesem Grundrezept produziert Maurizio, mein Lieblings-Physiotherapeut, Olympiaathleten. Er verhilft aber auch Berufs- und Freizeitsportler zur gewünschten Performance.

Dabei bemessen Coaches und Hobbyathleten dem Thema „Stabilität“ oft einen viel zu geringem Stellenwert zu. Wir sehen viele Einschränkungen in Bewegungen und immobile Gelenke.

Was tun wir?

Wir fördern die Mobilisierung dieser Limitationen und arbeiten sie mit adäquaten Mobility-Übungen auf. Das ist auch gut und richtig. Doch sehe ich bei sehr vielen Menschen zwar gut gemeinte und wertvolle Mobilitäts-Übungen, aber haben sie nicht selten den gewünschten Erfolg oder provozieren sogar Schmerzen. Bei dem Thema Schulter ist das sehr oft der Fall. Es ist mir selbst passiert.

Das Schultergelenk ist von Natur aus das gelenkigste Stück Körper, welches wir besitzen. Dessen Wirkungsweise und Langlebigkeit hängt von der Kontrolle des Schulterblatts ab. Dieses „schwimmt“ quasi in einem Muskel-Bänder-Pool auf unserem Brustkorb. Es ist kein wirkliches Fixum im Körper und kann sich daher in all erdenklichen Richtungen bewegen. Vor allem ist es abhängig von Wirbelsäule und Atmung.

 

Wollen wir eine gezielte Bewegung auf die Schulter geben, ganz gleich ob durch mobility oder etwas sportspezifisches, wird sie oft nicht das tun was wir wollen. Wir merken es noch nicht mal. Die Möglickeiten an Bewegung sind schier unerschöpflich. Daher braucht Bewegung in diesem Gelenk einen „sicheren“ Hafen. Das erreichen wir nur, wenn wir es z.B. schaffen das Schulterblatt in komplexen Bewegungen zu stabilisieren. Andernfalls werden Kräfte nicht zielführende durch die Schulter geschleust.

Das Thema Körperhaltung, Atmung, Schwerkraft (neuerdings zähle ich auch die Geisteshaltung auch dazu) sind im Zusammenhang mit der Schulter mega spannend. Hierfür gibt es sogar ein magisches Wort: „Schulterdekompression“. Und ich meine hier keine OP.

Was heißt das genau?

Eine schlechte Körperhaltung hebelt und zerrt ungünstig an dem Schulterblatt. Die Folge ist, dass dieses nicht 100% der Schulter dienlich sein darf,  sondern durch Kompensationen einer schlechten Haltung und Atmung im Muskelmeer irgendwo festhängt. Durch Mobility erreichen wir diese Restiktionen nur sehr schwer. Sie können einfach nicht zielgerichtet greifen.

Schulterarbeit ist in meinen Augen auch mehr ein Ganzkörper-Optimierung-Prozess.

Um Stabilität im Schulterblatt und somit in der Schulter zu erreichen, spiele ich sehr gerne mit Gravity, z.B. Upside-down Kettlebell-Presses. Aber mein derzeitiges Lieblingsgerät für eine bessere Schulterbasis ist der Kabelzug. Hier kann ich auch entgegen des Senklots der Schwerkraft arbeiten. Und ich rede nicht von den klassischen Innen- & und Außenrotationsübungen am Kabelturm. Diese sind zwar gut, werden aber im Hinblick auf die Schulterblatt-Stabilität sehr oft Mangel ausgeführt.

Habe ich kein Kabelzug zur Hand, nutze ich auch gerne Strength-Bands.

Ich arbeite am Kabelzug sehr gerne mit Push und Pull und zusätzlicher Wirbelsäulen-Rotation. Bei jedem z.B. Atemzug und Schritt bewegt und sich unser Brustkorb. Das schwimmende Schulterblatt hat also quasi nie Zeit sich auszuruhen. Es in Bewegung zu stabilisieren gehört heutzutage schon zur haben Kunst. Daher achte ich vor allem bei meinen Bewegungsanalysen auf das Gangbild einer Person. Hier sehe ich in der Regel, wie die Schulter und sein Buddy Schulterblatt mit dem Brustkorb und der Wirbelsäule interargiert.

Um es mal kurz zumachen: Du willst starke, gesunde und langlebige Schultern? Dann lerne Stabilität des Schulterblatt, bei Atmung, Gehen und Stehen.

 

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