Personal Trainer aufgepasst!

Als Personal Trainer durchzustarten ist anfänglich gar nicht so einfach. Ich möchte mit Dir gerne meine Eindrücke und Erfahrungen aus dem Fitness-Segment teilen.

Ersteinmal schildere ich Dir meinen etwas untypischen Werdegang als PT:
Nach dem Abitur habe ich eine Ausbildung bei dem düsseldorfer Bildungsinstitut für Sport und Tourist “IST“ meine Ausbildung zum Dipl. Sport- & Gesundheitstrainer absolviert. 2004 trat ich dann meine erste Festanstellung als Sportlicher Leiter im Future Sports an. Ab 2007 durfte ich die Karriereleiter ein wenig hochklettern und war als Clubleiter zweier Fitnessanlagen für HealthCity verantwortlich. Was habe ich hier viel über Vertrieb und Personalführung gelernt. Heftig! Aber nur in feinen italienischen Lederschuhen und maßgeschneiderten Hemden rumzustolzieren hat mich nicht erfüllt. Wo waren meine Jogginghosen aus 2004 bloß geblieben.
Also entschloss ich mich wieder mehr mit der Materie Sport und Fitness auseinanderzusetzen. 2012 startete ich dann als Gym Manager im Holmes Place Düsseldorf. Hier war ich 4 Jahre lang verantwortlich für insgesamt 80 Personal Trainer.

 

Diese Zeit hat mich als aktiven Sportler, sowie Personal Trainer definitiv am meisten geprägt. 80 Personal Trainer mit 80 Sichtweisen für Bewegung aus 80 verschiedenen Sportlagern. Egal ob Triathleten, Physiotherapeuten, Sportwissenschaftler, Crossfitter, Läufer, Kickboxer, Ruderer, Yogis, Weightlifter, Chalistenics … so viele Menschen von denen ich lernen durfte. Dieser Wissenspool war schier unerschöpflich und für jeden meiner Trainerkollegen und mich absolutes Gold wert. Ein Mikrokosmos der Fitness. Hier ist übrigens auch die Idee vom “gravitycoach” entstanden.

 

Und wenn man sich mal die erfolgreichsten Personal Trainer in Düsseldorf anschaut: nahezu alle haben im Holmes Place gestartet. Auch National sind Größen wie Nico Schmitz und Julian Zietlow durch die Holmes Place Schule gegangen.
Ist das ein Zufall? Nein! Absolut nicht. Holmes Place bietet ein PT Model an, welches perfekt für werdende PT’s ist. Man zahlt keine Miete, kann allerdings auch keine eigenen Preise veranschlagen. Die Mieten in regulären PT-Einrichtungen liegen zwischen 500 und 700€ Brutto. Ist man ein etablierter PT mit einem Stundensatz von mindst. 110€ inklusive MwSt. ist eine solche Miete sehr schnell erwirtschaftet. Solche Modelle sind für erfolgreiche Trainer logisch, da man gut verdienen kann. Aber Vorsicht. Auch wenn ich als freiberuflicher Personal Trainer bis zu 5-stetiligen Umsatz im Monat  verdienen kann, ist der reine Nettoverdienst manchmal sehr ernüchternd: Steuern, Sozialabgaben, Rentenversicherung, Krankenkasse, Lohnausfall wegen Urlaub, Krankheit oder etwaiger Terminabsagen schmälern den Gewinn.

 

In den letzten 7 Jahren habe ich viele Personal Trainer kommen und gehen sehen. Das hat viele Gründe. Z.B muss ein PT sich stets weiterbilden. Eine B-Lizenz oder Personal-Ausbildung bildet längst keine Basis mehr. Auch können diverse Softskills oder emotionale Fähigkeiten zum geschäftslimitierten Faktor werden. Allerdings steht und fällt alles mit dem kaufmännischen Verständnis eines Trainers.
Anfänglich ist es wichtig, so finde ich, den Kostenapparat so klein wie möglich zu halten. Starte ich als PT gerade erst durch und bin noch in meiner Findungsphase meines Konzepts, kann ich mir eine Miete von 700€ nicht leisten.
Das Gleiche habe ich im Internet erlebt. Gibt es mittlerweile viele Onlinedienste, die sich als Plattform für Trainer anbieten.

 

Natürlich möchte jeder Betreiber dieser Plattformen Geld verdienen. Das ist absolut gerechtfertigt, denn die Arbeit eines solchen Portals macht sich nicht von selbst. Allerdings gibt es auch hier große Unterschiede. Möchte die eine Plattform einen monatlichen Mitgliedsbeitrag von bis zu 50€ für die Aufnahme in das Portal, möchten andere Anbieter eine Pauschale von 5€ für jedes Angebot, welches man interessierten Sportwilliegen schickt. Abschluss nicht garantiert!

 

Eine Alternative bieten die Betreiber der Plattform Gymhelden.com. Auf dem digitalen „Fitness-Marktplatz“ kannst Du kostenlos ein Trainerprofil und Angebote für Deine Dienstleistungen einstellen. Nur für den Fall, dass Deine Kunden diese Angebote über den Marktplatz tatsächlich bezahlen (und Du gleichzeitig Umsatz generierst), wird eine Vermittlungsprovision von 8% fällig. Das Tolle: Ich muss hier nicht erst in Vorleistung treten, sondern zahle erst, wenn es wirklich zum Geschäft gekommen ist. Die Betreiber der Plattform halten die „Eintrittsbarrieren“ für Trainer bewusst niedrig. Auf diese Weise soll suchenden Kunden ein möglichst breites und vielfätliges Angebotsspektrum auf dem Marktplatz präsentiert werden, aus dem sie ein passendes Angebot auswählen können. Nur auf diese Weise kommt es zur gewünschten „Win-Win-Win“ Situation für Kunden, Personal-Trainer und Plattformbetreiber.

 

Genau dass, was ein debütierender Personal Trainer braucht. Erstmal Geld in Visitenkarten, Homepage, Arbeitsklamotten, Auto etc. investieren und sich auf die Arbeit stürzen. Der Rest der Entwicklung ist ein Prozess. Nicht einfach, aber mit ein bisschen Cleverness durchaus machbar.

Viel Erfolg, wünscht Euch

Mr. Gravity

 

P.S. Wenn man Glück hat, bekommt man auf Anfrage so ein kleines Promovideo von den Gymhelden gestellt: