Motivation bringt dich nicht ans Ziel!

Jawohl, richtig gelesen. Motivation ist noch lange kein Garant für Erfolg.

Ich erlebe es Jahr für Jahr von Neuem: Unzählige Menschen rennen im Januar und Februar in die Sportstätten, um mal wieder etwas gutes für Körper und Geist zu leisten. Waren die vergangenen Wochen mit Weihnachten und Silvester äußerst exzessiv; es wurde maßlos getrunken und gegessen. Wohlwissend, dass spätestens ab 02.01. Schluss mit Lustig ist.

 

Voller Tatendrang und voller Motivation startet ganz Deutschland nun mit “guten” Vorsetzen. Das finde ich grundsätzlich gut, auch wenn unser Körper das ganze Jahr gepflegt werden möchte.

 

Ich habe eher ein Problem mit diesem Motivation-Geschwätze.
Was heißt eigentlich Motivation? Beziehungsweise, wofür steht dieses Wort?
Motivation ist vom lateinischen Verb movere abgeleitet. Movere bedeutet “bewegen” oder “antreiben”. Wenn man sich das Wort Motivation nochmal genauer anschaut, entdeckt man eines, welches uns nicht fremd ist: MOTIVation. Das Motiv (lat. Motus) ist die Bewegung oder Antrieb.
Sprich die Motivation ist nichts anderes als ein Beweggrund ein sich selbst gestecktes Ziel zu erreichen: gesünder Essen, abnehmen, kein Alkohol, keine Zigaretten, beweglicher werden, Körperfett für die Bikinifigur reduzieren u.v.m.

 

Leider fegt ab März nur noch das Teufelsgras durch die Gyms. Ok ok, so schlimm ist es dann doch nicht. Ein paar “Motivierte sind schon noch übrig geblieben.

 

Ich habe mich allerdings gefragt, warum denn die Fitness-Lemminge immer wieder auf der Strecke bleiben. Die Antwort ist recht einfach: Willenskraft und Realisierung trennt die Spreu vom Weizen.
Stellt die Motivation lediglich die Handlungsbereitschaft dar, so ist für die tatsächliche Umsetzung eben dieser eine ganz andere Energie notwendig.
Die VOLITION!

 

Volition ist also nichts anderes, als das Realisieren von Zielen und Motiven. Also das leibhaftig Werden der Motivation. Ist die Motivation nur die Idee im Geiste, so ist die Volition von zielgerichteter Handlung geprägt.

 

Jetzt muss ich aber noch einen Schritt weiter gehen. Warum gibt es eben diese “Macher” und die Menschen, die Ihre Ziele und Wünsche verfehlen?!
Naja, die Antwort ist in meine Augen ebenso sehr simpel: Wissen!
Habe ich ein Motiv, welches ich in Erfüllung bringen möchte, brauche ich für diese Idee eine Art Businessplan. Ich muss wissen, wie ich vom bloßen Wunschgedanken zum Resultat komme.
Möchte ich als nicht sportaffiner Mensch beispielsweise nachhaltig 5 Kg Körperfett reduzieren, brauche ich einen Speise- und Trainingsplan. Und dies personalisiert auf meine Bedürfnisse. Es gibt einige wenige Autodidakten, die sich durch den Informationsjungel kämpfen und sich mit viel Fleiß ein solides Grundverständnis für die Materie aneignen. Dann gibt es eben noch solche Menschen, die blind auf das gewünschte Ziel segeln. Resultat: sie kommen nicht an! Das ist sehr schade. War doch die anfängliche Motivation so sicher, dass ein Scheitern gar nicht denkbar war.

 

Nun ja, egal was das Ziel ist, ich brauche dieses Wissen. Egal was es ist. Es ist sozusagen der heilige Gral der Motivation.
Ich als Personal Trainer habe mir in den letzen Jahren viel Wissen aneignen müssen. Allerdings werde ich wohl nie aufhören zu lernen. In den letzten 2 Jahren durfte ich 14 Workshops, Schulungen und Seminare besuchen. Warum? Naja, es lernt sich so schneller. Alles was ich wissen möchte, weiß schon irgendwer. Warum soll ich also nicht eben diese Abkürzung nehmen. Dafür nehme ich sehr gerne Geld in die Hand.

 

Und eben genau dieses Wissen gepaart mit eigenen Erfahrungen können sich motivierte Menschen “einkaufen” um schneller und sicher ans Ziel zu kommen.

 

Wofür ich meine Klienten bewundere? Es sind allesamt “Macher”. Sie bringen die Motivation, ich das Wissen mit. Auch wenn es
jetzt seltsam klingt, aber ich sehe mich nicht als Motivator. Wenn ein Klient keine Eigenmotivation mitbringt, werden Ergebnisse nur schwer realisierbar.

 

Ich möchte Euch heute Anke vorstellen. Anke ist eine meiner treusten Kundinnen. Sie verpasst nie ein Training und macht stets ihre Hausaufgaben. Anke hat eine Skoliose und einen Morbus Scheuermann. Diesbezüglich hat sie mich auch aufgesucht. Sie war von schweren Rückenschmerzen geplagt. Auch hatte sie Probleme mit Schulterimpingement und HWS Verspannungen. Um die Hauptproblematik in der LWS zu beheben, haben wir ihre rückwertige Kette gekräftigt und mobilisiert. Für letzteres war der Pancake das Mittel zum Zweck. Binnen von 8 Monaten hat Anke es geschafft, ihren Fluch in Segen zu kehren. Unglaublich! Und ich muss sagen, es ist absolut ihr verdienst, dass sie es so schnell und sicher geschafft hat. Anke ist ein Macher und nicht nur bloß jemand, der motiviert ist. Sie hat Ergebnissorientiert gearbeitet und mein Wissen perfekt für Ihre Bedürfnisse genutzt. So muss das auch zwischen Kunden und Personal Trainer laufen. Klar hatte sie auch mal Tage, wo sie nicht 100% leisten konnte. Das ist auch nicht nötig, wenn man von seinem Businessplan nicht abweicht und stets das Ziel im Visier hat.

Der Pancake war in seiner „flat on floor“ Version von mir nicht geplant. Allerdings hat Anke dieser Übung Schmerzfreiheit in der LWS zu verdanken, so dass sie in eigener Regie das Ding weitergeübt hat.

 

“Just do it” ist zwar ein geiler Claim, aber wenn man nicht weiß wie, dann bleibt das Ziel fern. Motivation ist gut, aber nur Fiktion. Natürlich: ohne MOTIVation, keine Volition.

 

Aber da Motivation völlig überbewertet ist, knalle ich mal folgendes raus:
Motivation ist nichts, Volition ist alles. 

 

Ich wünsche euch viel Erfolg beim Umsetzen eurer Ziele.
Euer Mr. Gravity

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